Charakter:Hydroxyethylcellulose (HEC, CAS: 9004-62-0) ist ein weißes oder gelbliches, geruchloses und rieselfähiges Pulver. Es ist sowohl in kaltem als auch in heißem Wasser löslich, jedoch in den meisten organischen Lösungsmitteln unlöslich. Der pH-Wert ändert sich im Bereich von 2 bis 12 nur geringfügig, die Viskosität nimmt jedoch außerhalb dieses Bereichs ab.
Wert:Hydroxyethylcellulose (HEC, CAS: 9004-62-0) ist ein häufig verwendetes Verdickungsmittel für organische, wasserbasierte Tinten auf Celluloseetherbasis. Es handelt sich um eine wasserlösliche, nichtionische Verbindung mit guter Verdickungswirkung, die durch Sauerstoff, Säuren und Enzyme abgebaut werden kann und unter alkalischen Bedingungen durch Cu²⁺ vernetzt werden kann. HEC ist thermisch stabil, geliert beim Erhitzen nicht, fällt unter sauren Bedingungen nicht aus und besitzt gute filmbildende Eigenschaften. Aus seiner wässrigen Lösung lassen sich durch die Einwirkung von alkalischer Cellulose und Ethylenoxid transparente Filme herstellen. HEC besitzt verdickende, emulgierende, haftende, suspendierende, filmbildende, feuchtigkeitsbindende und kolloidale Eigenschaften. Die Rolle von Verdickungsmitteln in wasserbasierten Tinten besteht in deren Verdickung. Die Zugabe von Verdickungsmitteln erhöht die Viskosität der Tinte und kann deren physikalische und chemische Stabilität verbessern. Durch die erhöhte Viskosität lässt sich die Rheologie der Tinte während des Druckvorgangs steuern; Pigmente und Füllstoffe in der Tinte setzen sich nicht so leicht ab, was die Lagerstabilität von Tinte auf Wasserbasis erhöht.
ProduktionsmethodeAlkalicellulose ist ein natürliches Polymer mit drei Hydroxylgruppen pro Faserring. Die reaktivste Hydroxylgruppe reagiert zu Hydroxyethylcellulose. Rohbaumwoll-Linters oder raffinierter Zellstoff werden in 30%iger flüssiger Lauge eingeweicht und nach einer halben Stunde zum Pressen entnommen. Das Pressen erfolgt bis zu einem Verhältnis von Lauge zu Wasser von 1:2,8. Anschließend wird die Cellulose zerkleinert. Die zerkleinerte Alkalicellulose wird in den Reaktor gegeben, verschlossen, evakuiert und mit Stickstoff gespült. Dieser Vorgang wird wiederholt wiederholt, um die gesamte Luft im Reaktor zu verdrängen. Anschließend wird in vorgekühltem Ethylenoxid gepresst, Kühlwasser in den Reaktormantel geleitet und die Reaktionstemperatur für 2 Stunden auf ca. 25 °C gehalten, um ein Rohprodukt der Hydroxyethylcellulose zu erhalten. Das Rohprodukt wird mit Alkohol gewaschen, mit Essigsäure auf pH 4–6 neutralisiert und zur Alterung mit Glyoxal vernetzt. Danach wird es mit Wasser gewaschen, zentrifugiert, dehydriert, getrocknet und vermahlen, um die Hydroxyethylcellulose zu gewinnen.
Veröffentlichungsdatum: 28. März 2023
